1. Reden wir miteinander ...

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Das andere Ende der Fahnenstange...

Dieses Thema im Forum "FORUM | Reden wir miteinander ..." wurde erstellt von 0xym0r0n, 28 Januar 2015.

  1. 0xym0r0n

    VIP: :Silber

    Mich hat das schon immer bei den Ölfirmen (negativ) fasziniert, wie man Geld wie Heu scheffeln kann und dabei so gar kein schlechtes Gewissen haben kann. Wenn Exxon zum Beispiel wieder mal (wie ganz oft) über 10 Milliarden Dollar Quartalsgewinn hatte. Wohlgemerkt: Gewinn (also das was zwischen den Einnahmen und den Ausgaben übrigbleibt!).

    Heute macht die Elektronikfirma Apple Schlagzeilen, weil sie den weltweit höchsten Quartalsgewinn aller Zeiten gemacht hat. Unglaubliche 18 Milliarden Dollar(!) hat Apple in den Monaten Oktober bis Dezember 2014 verdient! Das sind ca. 195 Millionen Dollar pro Tag, 8,1 Millionen Dollar pro Stunde, etwa 136.000 Dollar pro Minute oder enorme 2264 Dollar pro Sekunde!

    Mich erschreckt das, weil es die Auswüchse unserer Gesellschaft zeigt. Es gibt scheinbar keine Anstandsgrenzen mehr. Gerade die weltweiten Schwerstverdiener (egal ob Menschen oder Firmen) hätten da eine besondere Verpflichtung. Der so gut wie niemand nachkommt.

    Nein, ich bin kein Kommunist, ich bin sehr dafür die Möglichkeiten zu nutzen, die sich ergeben. Ich verstehe und nutze es auch aus, dass man mit Kapitalanlagen unbeschreiblich mehr Geld verdienen kann als mit täglicher Arbeit. Damit man die Möglichkeit hat nur mehr deshalb zu arbeiten, weil es einem Spaß macht.

    Allerdings muss man den Anstand haben, dazwischen immer wieder zu geben und irgendwann aufhören zu können. Wenn man ein Leben im Wohlstand für sich und seine Angehörigen erreicht hat, müsste es genug sein. Apple, Exxon, Gazprom, etc., etc. könnte allen Mitarbeitern eine Million schenken und hätte immer noch Milliarden am Konto. So wird Geld absolut abstrakt und die unendlich vielen Menschen, die nicht mal genug Geld haben, um sich ihr Essen kaufen zu können, verstehen zu Recht die Welt nicht mehr.

    Ich sag es immer wieder: Wenn man den Reichtum der Welt auf alle ihre Bewohner (ja, auch alle Chinesen, Inder und Afrikaner) aufteilt, hätte jeder Mensch genug, um sein gesamtes Leben in Anstand und Würde zu verbringen. Statt dessen gehört einem Prozent der Menschheit 95% des Reichtums und 99% der Menschheit muss sich mit dem Rest begnügen. Das kann ja nicht daran liegen, dass 99% der Menschheit zu dumm ist bzw. Pech hat, oder?
     
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  2. hanna59

    VIP: :Silber

    es hat schlicht damit zu tun, dass dieses eine prozent der menschheit absolut keinerlei skrupel hat. da wird sprichwörtlich über leichen gegangen.
     
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  3. gaffatape

    gaffatape Gast

    nicht nur sprichwörtlich...
     
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  4. hanna59

    VIP: :Silber

    eh, da brauch ma gar nicht darüber reden. je mehr kohle dahinter steht, desto skrupelloser wird die macht verteidigt. was zählt da schon ein menschenleben, sind doch für die eh alles austauschbar nach belieben.
     
  5. Q

    Q Gast

    So sehr ich Verteilungsgerechtigkeit für wichtig halte: das ist Quatsch. Denn das würde aufgrund der schlagartig sinkenden Produktion (wer, der eine Million hat, würde schon noch arbeiten?) und der überbordenden Konsumnachfrage schlagartig zu Hyperinflation und Vernichtung all dieser Geldvermögen führen. Gewinnen würden wiederum nur die, die es schaffen, sich damit in den Besitz von Produktionsfaktoren zu bringen und dann, wenn die 6-Monats-Show vorbei ist, die Möglichkeit für einen Neustart zu ihren Bedingungen haben. Die anderen würden sich dann nolens-volens wieder genau da einreihen, wo sie hergekommen sind: bei den Lohnarbeitern.

    Geld kann man nicht essen ...
     
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  6. Pixels

    Pixels Gast-Teilnehmer/in

    Menschen haben schon gelebt, bevor es Geld gegeben hat und Geld gibt es in Wirklichkeit noch nicht so lange. Und Menschen könnten natürlich wieder lernen, ohne Geld zu leben.

    Das Hauptproblem ist, dass das 1% "seine" Politiker mit Geld schmiert, damit diese ihr geld- und profitorientiertes System weiter erhalten. Die Parteipolitik als Form der Demokratie ist aus dieser Perspektive somit wertlos, weil die Interessen von besagtem 1 % bedient werden. Zudem ist unser gesamtes westliches Gesellschaftssystem auf Konsum und Profitorientierung aufgebaut, gesellschafltiche Teilhabe also mit dem Besitz und/oder Ausgeben von Geld verbunden.

    Als direktives Steuerungsmittel für die Masse ist Geld heute kaum mehr wegzudenken - umso wichtiger erachte ich es, das System um es herum zeitgemäß zu gestalten und zu reformieren. Ökonomie ja - aber nicht profit- sondern gemeinwohlorientiert.

    Das würde aber bedeuten, dass auch die Masse umdenken muss, und ein selbstkritisches Bewusstsein für Konsum und Bedarf/Bedürfnis entwickeln muss.
     
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  7. 0xym0r0n

    VIP: :Silber

    Was ein Grund mehr (zu den tausenden bereits bestehenden) ist, das Wirtschaftssystem endlich komplett zu überdenken und das künstliche Geld der aktuellen Wirtschaft zu entwerten.

    Weil ich gefragt wurde, was denn Apple tun sollte, um sich sozialer zu verhalten. Denn, wenn sie die Preise senken um weniger zu verdienen, würden sie ja angeblich noch mehr Gewinn machen. Apple sollte schlicht zusperren. Es hat schon alles erreicht, was man erreichen kann. Sie haben das Mobil-Telefon neu erfunden, den Vertrieb von Online-Medien revolutioniert und Tablets benutzerfreundlicher gemacht. Das ist eh mehr als man an technischer Weltveränderung von einer einzigen Firma erwarten kann. Wenn sie zusperren und das Hunderte- Milliarden-Vermögen auf Millionen kleiner Startups mit intelligenten Menschen voller guter Ideen verteilen, hätte die Welt ganz sicher mehr davon, als wenn jetzt noch die Uhrenbranche revolutioniert wird. Falls die Welt überhaupt was davon hatte, wenn die Mobiltelefone jetzt Smartphone sind und die Musik online verteilt wird. Was ich bezweifle, obwohl ich mein iPhone gern verwende.
     
  8. ClaHRa

    ClaHRa Gast-Teilnehmer/in

    Innovative Firmen sollen zusperren und ihr know how als Opensource zur Verfügung stellen?
    Ginge nur in einer Welt, wo alle die gleichen Rechte und Pflichten haben, also nie.

    Wer entscheidet denn ab wann es genug ist und warum?
    Vielleicht ist es ja unbegreiflich, doch das "Problem" ist der Mensch selbst. Solange wir auf diesem Planeten leben wird es Unterdrückung, Gewalt, Neid, Gier usw. geben und inder Zukunft werden die Probleme nicht weniger, sondern mehr.
     
  9. Q

    Q Gast

    Ich finde den Gedanken jedenfalls erwägenswerter, als Geldvermögen zu verschenken. Ich würde auch nicht so weit gehen, das Zusperren zu verlangen, allerdings würde ich die Zeit nochmal massiv verkürzen wollen, in der techologische Innovation exklusiv ausgebeutet werden darf. Natürlich sollen alle ihren Return on Investment sehen ... aber nach einer gewissen Zeit sollte der Patentschutz ablaufen, damit die Früchte der Innovation allen und nicht nur wenigen zugute kommen (und auch weitere Innovation gefördert wird, die wir dringend brauchen)
     
  10. 0xym0r0n

    VIP: :Silber

    Es gibt ja bereits die lustige Idee, dass die EZB Geld direkt an die Europäer verschenken soll, statt nur die Banken und großen Firmen damit zu versorgen. Jeder Europäer soll angeblich 10.000 Euro bekommen (was weitaus billiger wäre als das, was sie jetzt vorhaben).

    Allerdings haben viele Experten große Bedenken, weil so eine Aktion Jedem klar machen würde, dass Geld eigentlich grundsätzlich nichts wert ist und die Nationalbanken es in beliebiger Menge erzeugen können. Also geben sie es weiter den Banken, denn die kennen sich damit aus und werden es schon verteilen.

    Ich frag mich, wie lange das noch gut geht.
     
  11. TIN-MACHINE

    TIN-MACHINE Gast-Teilnehmer/in

    es würde doch schon reichen, wenn apple wenigstens steuern zahlen würde.....
     
    Komodowaran und ClaHRa gefällt das.
  12. Q

    Q Gast

    Mangels Alternativen ...

    Was zunehmend problematisch ist ist die Aufbewahrung größerer Werte in Form von Geldvermögen. Wobei auch hier die Frage der Alternativen sind sehr stark stellt, da aufgrund der weiten Verbreitung dieser Erkenntnis die "üblichen Verdächtigen" Sachen (v.a. Immobilien) zu Wucherpreisen gehandelt werden.
     
    maha gefällt das.
  13. no-mercy

    no-mercy Fulgurator

    Wer entscheidet was "genug" ist?
    Wer entscheidet was ein gutes Leben ist oder welcher Lebensstandard angemessen ist?
    Bei allen Fantasieszenarien wird übersehen, was 5-10 Jahre später wäre. Die traurige Wahrheit ist, dass dann wieder nur rund 10% etwas besitzen würden und 90% faktisch nichts.
    Ich sehe auch nicht das Problem, dass eine Firma "zuviel Gewinn" macht. Gerade bei Apple. Es wird niemand gezwungen die hohen Preise zu zahlen und telefonieren kann man mit anderen Geräten genauso. Apple hat eben einen Nerv getroffen und verdient daran. So what? Durch die Globalisierung sind die Märkte größer geworden und dadurch auch die potentiellen Gewinnsummen (absolut). Die Gewinnspanne von Apple übertrifft jedoch so mancher Kleinunternehmer.
     
    maha und ClaHRa gefällt das.
  14. maha

    VIP: :Silber

    Das frag ich mich schon lange. Der Krug geht......
     
  15. Q

    Q Gast

    Das sind halt Überlegungen, die mangels konkreten Handlungsalternativen (v.a. auf der Ebene des Einzelnen) relativ müßig sind ...

    Beispiel: wenn allen kalt ist, weil sie auf Strom als Heizung gesetzt haben, und du hast als einziger 10 Festmeter Holz für deinen Kachelofen: wie lange, denkst du, wirst du die haben, bis sie dir
    a) der wütende Mob
    b) der Staat, der "Solidaridät" einfordert

    weggenommen haben werden?
     
  16. maha

    VIP: :Silber

    Na geh..... ned sooo negativ denken!
     

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